2. Rennen 2011 in Zandvoort (NL)
Für das Team Aust Motorsport begann das Wochenende durchwachsen. Während die Fahrer das Freie Training am Freitag in erster Linie dazu nutzten sich mit dem schwierigen Kurs an Hollands Nordseeküste vertraut zu machen, stellte Michal Slomian seinen 300PS starken Seat im Qualifying am Samstag auf der 5. Startposition ab. Die dritte Startreihe; ein tolles Ergebnis für den jungen Polen, der damit nach dem Sieg im zweiten Rennen am Hockenheimring erneut sein Können unter Beweis stellte. Für die beiden anderen Piloten im Dienste von Teamchef Frank Aust lief es nicht ganz so gut. Während Elia Erhart auf Platz neun landete, fuhr Felipe Fernández Laser knapp hinter ihm auf die 10. Position.
Um kurz vor halb vier war es dann so weit: Während die Mehrzahl der knapp 17.000 Einwohner des idyllischen Küstenörtchens Zandvoort beim Nachmittagskaffee saß, sprang die Ampelanlage auf grün und gab den dritten Wertungslauf der aktuellen Saison frei. Alle drei Fahrer des Teams aus Rietberg erwischten einen guten Start und stürzten sich in den Kampf um die Punkte. Während Michal Slomian im Rennen einen Platz verlor und auf der sechsten Position abgewunken wurde, lief es für seinen Teamkollegen Elia Erhart bedeutend besser. Der junge Mittelfranke konnte fünf Plätze gutmachen und verpasste auf Position vier liegend nur knapp das Podium. Wie gut es für den 23-Jährigen lief bewies auch die Tatsache, dass er am Ende einen Extrapunkt für die schnellste Rennrunde sein Eigen nennen durfte. Der Dritte im Bunde, Felipe Fernández Laser, kam als Siebter ins Ziel.
Für das zweite Rennen am Sonntagmorgen, bei dem nach Reglement die ersten sechs Fahrer in umgekehrter Reihenfolge starten würden, bedeutete das für Erhart Startplatz vier und die Pole Position für Slomian. Bereits beim Einlenken in die erste Kurve musste sich der junge Pole jedoch dem routinierten Thomas Marschall geschlagen geben und fiel eine Position zurück. Elia Erhart erwischte einen tollen Start und wäre um ein Haar ebenfalls an Slomian vorbeigefahren, der sich aber gegen seinen Teamkollegen behaupten konnte. Ein paar Kurven später musste sich der junge Polesetter jedoch nach einer rüden Attacke eines Konkurrenten geschlagen geben und fand sich kurzzeitig sogar neben der Strecke wieder. Von da an wurde der Sieger des zweiten Rennens am Hockenheimring in seinem lädierten Fahrzeug nach hinten durchgereicht und sah als Letzter hinter Teamkollege Laser, der ebenfalls nach einigem Lackaustausch Probleme mit seinem Auto bekam, die Zielflagge.
Das DTM Rennen in Zandvoort bedeutete auch für die Fahrer des Porsche Carrera Cup ein spannendes Arbeitswochenende auf der Rennstrecke, die viele mit der legendären Nordschleife vergleichen. Nicht so sehr die Länge des Kurses (der Kurs an der holländischen Küste ist nur knapp über 4km lang) als vielmehr die Einzigartigkeit und der hohe Schwierigkeitsgrad machen die traditionelle Strecke an der Nordseeküste so besonders.
Für Damian Sawicki begann sein insgesamt zweites Rennwochenende am Steuer des Porsche 911 GT3 Cup eher mäßig. Im Freien Training am Freitag lief es nicht besonders für den Vizemeister des Seat Leon Supercopa 2010. Der Mann aus Polen hatte mit dem für ihn neuen Fahrzeug auf dieser schwierigen Strecke seine liebe Mühe und fand sich im hinteren Drittel wieder. Im Qualifying am Samstag klappte es dann besser und Sawicki fehlten nur sieben Zehntel auf eine Platzierung in der Top Ten. Ein deutliches Indiz dafür, dass die Lernkurve nach oben zeigt.
Das Rennen am Sonntag begann zunächst recht verheißungsvoll. Nach einem guten Start konnte der Porsche-Rookie nicht nur den Speed der anderen mitgehen, sondern kämpfte sich sogar Zehntel um Zehntel an seinen Vordermann heran. Auch die Auswertung der Rundenzeiten belegt, dass der Deutsch-Pole von Frank Aust zu Recht in das Cockpit des Porsche Rennwagens gesetzt wurde. Doch kurz nach der Hälfte des Rennens wurde ihm eine Unachtsamkeit des vor ihm fahrenden Kontrahenten zum Verhängnis. Dieser bremste viel zu früh; Sawicki konnte nicht rechtzeitig bremsen und fuhr in das Heck des 911ers. Diese leichte Kollision war so unglücklich, dass der Kühler von Austs Schützling kaputt ging und er das Rennen beenden musste.
Schade, dass Sawicki das Rennen nicht bis zu Ende fahren konnte, da von den Zeiten her noch einiges drin gewesen wäre. So musste das Porsche-Team von Aust Motorsport zwar ohne Punkte, aber um einiges an Erfahrung reicher die Rückfahrt nach Rietberg antreten. Nun heißt es also für die Frauen und Männer rund um Frank Aust nach vorne blicken und die positive Entwicklung beim nächsten Rennen am Red Bull Ring Spielberg weiter ausbauen.